Türkiye Cumhuriyeti

Berlin Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Cumhuriyet Bayramı Konuşması, 02.11.2015

Sehr geehrter Herr Botschafter Karslıoğlu und verehrte Frau Karslıoğlu,
Verehrte Gäste, Verehrte Pressevertreter,
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir feiern dieses Jahr den 92. Jahrestag der Ausrufung unserer Republik Türkei. Ich bedanke mich dafür, dass Sie an diesem besonderen Tag mit uns zusammen sind und heiße Sie alle herzlich willkommen zu unserem Nationalfeiertag!
Heute gedenken wir besonders dem Gründungsvater unserer Republik, Mustafa Kemal Atatürk und seinen Weggefährten. (,die für die Unabhängigkeit unseres Landes ihr Leben geopfert und dazu beigetragen haben, dass wir heute den 92. Jahrestag der Gründung unserer Republik Türkei feiern können.)
Verehrte Gäste,
92 Jahre sind in der Geschichte einer Nation keine allzu lange Zeit. Betrachtet man die Türkei aus dieser Perspektive, so ist es besonders erfreulich, zu sehen, wie diese junge Republik sich in so kurzer Zeit zu einem modernen Staat verwandelte und starke, stabile Wurzeln schlug. In diesen 92 Jahren konnte die Türkei große historische Transformationsprozesse durchgehen, um in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Kunst, Militär und Gesellschaft moderne Standards zu erreichen und gleichzeitig sich dem System der Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, und der internationalen Wirtschaftspolitik anzupassen.
Neben den Entwicklungen innerhalb des Landes, gelang es der Türkei mit ihren demokratischen Strukturen, ihrer pluralistischen und säkularen Staatsform, ihrer dynamischen Wirtschaft, ihrer vielfältigen Kultur sich auch außenpolitisch als wichtiger Stabilitäts- und Sicherheitsfaktor zu etablieren.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die rund drei Millionen türkischstämmigen Menschen in Deutschland sowie die Türkei-Liebe der Deutschlandtürken ist der wichtigste Faktor für die starken Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland. Wir sind davon überzeugt, dass die türkische Community in Deutschland ohne ihre eigene kulturelle Identität und ihr Nationalbewusstsein zu verlieren, auch in Zukunft sowohl Deutschland als auch der Türkei und zur türkisch-deutschen Freundschaft beitragen wird.
Die Türkischstämmigen in Deutschland nehmen inzwischen eine aktive Rolle in allen denkbaren Bereichen des gesellschaftlichen Lebens einnehmen. Die zahlreichen Erfolgsbeispiele, die von Politik, Wirtschaft, Bildung, bis hin zum Sport, zur Kultur und Kunst reichen, nehmen stetig zu. Die Türkische Gemeinde in Deutschland, die hierzulande seit über einem halben Jahrhundert arbeitet, ihre Steuern zahlt, in dieses Land investiert, ihre rechtliche Ordnung respektiert und im friedlichen Miteinander leben möchte, hat sich in Deutschland integriert und trägt gleichzeitig weiterhin zum Dasein (Reichtum) dieses Landes bei.
Verehrte Gäste,
Wir sind aufgrund der Tragödie der Bevölkerung in unserm Nachbarland Syrien, die seit vier Jahren andauert, der instabilen Lage und der Massaker in unserem Nachbarland Irak, und aufgrund des Leids der turkmenischen Bevölkerung, die seit Jahrhundert in dieser Region lebt, zutiefst betrübt und leiden mit ihnen.
Die Türkei hat 2.2 Millionen syrische Flüchtlinge unabhängig von ihrer Religion oder politischen Einstellung aufgenommen und versorgt sie ohne eine nennenswerte internationale Unterstützung aus eigenen Kräften und Mitteln. Zeitweise kamen täglich rund 100.000 Syrier über die türkischen Grenzen. Die türkische Bevölkerung und der türkische Staat stellten keine Barrieren auf und errichteten keinen Zaun aus Stacheldraht - ganz im Gegenteil- es wurde jede Unterstützungsmöglichkeit ausgeschöpft. Für die Flüchtlinge wurden Zeltlager eingerichtet, und es wurde für Unterkunft, Lebensmittel und für die medizinische Versorgung gesorgt. Laut den Statistiken der Vereinten Nationen ist die Türkei, das Land, das die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Um ein konkretes Beispiel zu geben: Derzeit befindet sich rund 600.000 syrische Kinder im Schulalter. Während 230.000 von ihnen in staatlichen Bildungseinrichtungen unterrichtet werden, wird für die Bildung der restlichen Schüler in speziellen Einrichtung, die in den Zeltlagern errichtet wurden, gesorgt.
Die in der Türkei für die Flüchtlinge angebotenen Möglichkeiten, die von verschiedenen ausländischen Staatsakteuren, Journalisten und zivilgesellschaftlichen Organisationen mit Bestaunen besucht wurden, haben sich inzwischen zu einem Vorzeigemodell entwickelt.
Auf der anderen Seite, ist es auch offensichtlich, dass es leider nicht möglich ist, dass diese große Anzahl an Menschen dauerhaft in der Türkei leben und in den türkischen Arbeitsmarkt integriert werden können. Inzwischen haben sie jegliche Hoffnung zur Rückkehr in das Heimatland verloren und begonnen Wege für ein neues Leben zu suchen. Diejenigen, die auf einen einfacheren Neubeginn in Europa glaubten, machten sie auf den Weg nach Europa.
Gibt es einen natürlicheren Drang/Trieb als nach einem neuen Lebensraum zu suchen, wenn es keine Hoffnung mehr in der eigenen Heimat gibt?
Die Türkei bringt bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck, dass das Flüchtlingsproblem an ihrer Quelle gelöst werden muss und hierfür ist ein Regierungswechsel in Syrien nötig. Obwohl der Versuch der EU-Staaten und ganz besonders Deutschlands eine gemeinsame Strategie zur Belästigung der Flüchtlingskrise zu entwickeln sehr begrüßenswert ist, wird damit das eigentliche Problem leider vernachlässigt.
Das gleiche gilt auch im Kampf gegen den Terror, der inzwischen auch die Türkei als Schielscheibe sieht. Solange in Syrien und Irak kein Frieden herrscht, werden diese Gewalttäter ihre grausamen Gewalttaten fortsetzen, die Chaosumstände ausnutzen um ihre Macht auszuweiten und versuchen aus verzweifelten Menschen Selbtmordattentäter zu machen.
Verehrte Gäste,
Neben den konsularischen Diensten/Dienstleistungen tragen wir als Generalkonsulat auch zur Realisierung des demokratischen Willens unserer Staatsbürger bei. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass dieses Jahr in unserem Generalkonsulat zwei Wahlen abgehalten wurden.
Bei den Wahlen, die vor kurzem stattfanden haben insgesamt 49.097 Wähler teilgenommen. Die zunehmende Wahlbeteiligung unserer Staatsbürger ist eine erfreuliche Entwicklung.
Ebenso waren wir über die Wahlbeteiligung der Türkischstaemmigen verschiedener Altersklassen (von 18-88) sehr erfreut. Sowohl jung, als auch alt kamen in unser Wahllokal um ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei den Vertretern der Parteien, den Wahlhelfern und Wahlbeobachtern mein herzliches Dank für ihr Engagement aussprechen. Durch ihre Bemühungen konnten die Wahlen in einer friedlichen Atmosphäre mit respektvollem Umgang abgehalten werden.
Ich danke Ihnen allen für Ihr Kommen und wünsche Ihnen einen angenehmen Abend mit anregenden Gesprächen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.