Türkiye Cumhuriyeti

Berlin Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Türk-Alman Meslek Eğitimi Borsası, 30.05.2015

Erste Türkisch-Deutsche Ausbildungsmesse, 30. Mai 2015
Rede des Generalkonsuls, A. Başar ŞEN

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin/Senatorin
Sehr geehrte Vertreter der Partnerinstitutionen,
Verehrte Gäste,
Liebe Jugendliche,

ich freue mich, Sie anlässlich der Ersten Türkisch-Deutschen Ausbildungsmesse, welche gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, der, IHK, TD-IHK und HWK organisiert und vom Metropol FM und TDU unterstützt wurde, hier im Türkischen Haus begrüßen zu dürfen. Ich heiße Sie alle herzlich willkommen.
„Beruf ist ein goldenes Armband“, (“Meslek altın bileziktir”) so lautet ein berühmtes türkisches Sprichwort. Die Wahl des Berufes ist für junge Menschen eine wichtige Entscheidung und legt meist den Grundstein für den weiteren Lebensweg. Dieser ganz besondere Schatz (der Beruf) sollte daher als die bedeutendste Investition in die Zukunft eines Jugendlichen betrachtet werden.
Wir stellen mit Freude fest, dass die Ausbildungsperspektiven von jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln in Berlin zunehmend ernster genommen und auch vielfältige Bildungsangebote von verschiedenen Institutionen gemacht werden. Doch ganz so einfach ist diese Entscheidung meistens nicht!
Viele sind sich den vielfältigen Möglichkeiten des deutschen Arbeitsmarktes und Bildungssystems nicht bewusst. Auch für Eltern ist es häufig schwierig, ihre Kinder bei dieser Entscheidung zu unterstützen und den Überblick über all die Bildungsmöglichkeiten zu behalten. Bei Jugendlichen und Eltern mit Migrationshintergrund ist diese Problematik noch größer. Wenn man die entsprechenden statistischen Daten betrachtet, stellt man fest, dass die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Migrationshintergrund doppelt so hoch ist als bei deutschen Jugendlichen. Die Gründe für diese hohe Arbeitslosenzahl scheinen in erster Linie darin zu liegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht genügend arbeitsmarktorientiert ausgebildet werden. Die Migrantenorganisationen nennen auch öfter eine diskriminierende Haltung der ausbildenden Firmen und Institutionen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund als einen wichtigen Grund für dieses Problem. Ihre Ausbildungssituation in den letzten Jahren hat sich leicht verbessert. Dennoch kann von einer Chancengleichheit noch lange keine Rede sein.
Ich hoffe, dass wir gemeinsam diese Problematik der Diskriminierung, die auch von manchen zeitgenössischen Feldstudien belegt wird, gemeinsam überwinden können und dass Hans und Hasan, Julia und Hülya von allen Beteiligten der Bildungsarbeit gleichbehandelt werden.
Liebe Eltern, Liebe Jugendliche, Verehrte Gäste,
Eine berufsbildende Qualifikation ist die Grundvoraussetzung, damit Jugendliche sich in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft beteiligen können. Es ist unser Wunsch, dass die Möglichkeit der Berufsausbildung, insbesondere Duale Ausbildungsmöglichkeiten in Zukunft noch mehr genutzt werden. Wir wünschen auch, dass die Anzahl der Schul- bzw. Ausbildungsabbrecher mit türkischer Herkunft in naher Zukunft reduziert werden können.
Ich denke, dass viele unserer türkischstämmigen Familien (sowohl Eltern als auch Jugendliche) sich den vielfältigen Möglichkeiten des deutschen Arbeitsmarktes und Bildungssystems nicht bewusst sind. Viele denken, dass ein Universitätsabschluss der einzige Weg für eine erfolgreiche Karriere ist. Dabei gibt es ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten, insbesondere die duale Ausbildung ist eine sehr gute zukunftträchtige Alternative und sollte in dieser Zielgruppe bekannter gemacht werden.
Genau dies war auch unser (mein) Grundgedanke als wir die erste Sitzung vor gut einem Jahr mit der Bundesagentur und den Kammern initiiert haben. Auch wenn die Ausbildung neuer Fachkräfte ein eigenes Problem für jedes Land selbst ist und hier im ersten Blick ein deutsches Problem zu sein scheint, wollten wir natürlich für die türkeistämmigen Jugendlichen uns einsetzen. Als Generalkonsulat der Türkei ist es auch unsere Aufgabe, weil wir wünschen dass unsere Jugendliche einen Schulabschluss machen, gute berufliche Aussichten haben und als erfolgreiche und selbstbewusste Individuen ihren Platz in der hiesigen Gesellschaft einnehmen.
Unser Anliegen war es, durch eine Ausbildungsbörse Jugendliche über die Ausbildungsalternativen zu informieren und sie hierfür zu motivieren. Die Messe soll die Jugendlichen nicht nur mit Betrieben zusammenbringen, die noch keinen Azubi gefunden haben. Sie soll auch ihnen aufzeigen, welche Möglichkeiten ihnen das duale Ausbildungssystem in Deutschland überhaupt bietet.
Wir hoffen, dass dies ein gelungener Auftakt wird.
Ich bedanke mich, ganz herzlich bei der Bundesagentur, der IHK, TD-IHK und HWK für ihre Kooperationsbereitschaft. Ebenso bedanke ich mich bei der TDU und Metropol FM für ihre Unterstützung und bei allen 35 Austellern für ihre Teilnahme an dieser Messe. Und natürlich bedanke ich mich bei der Bürgermeisterin und Senatorin für Arbeit, Frauen und Intergration des Landes Berlin, Frau Dilek Kolat sehr herzlich für ihre Unterstützung für unsere Erste Türkisch-Deutsche Ausbildungsmesse.
Ich wünsche allen Beteiligten eine ertragreiche, gelungene Veranstaltung.