Türkiye Cumhuriyeti

Berlin Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Orient Ekspres’te Paris’ten İstanbul’a temali etkinlik, 15.11.2014

LANDESINDUSTRIEBALL SACHSEN 2014
“VON PARIS NACH ISTANBUL IM ORIENT-EXPRESS”
REDE DES GENERALKONSULS A. BAŞAR ŞEN, 15.11.2014

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Tillich,
Sehr geehrter Herr Prof. Hans J. Naumann,
Sehr geehrte Unternehmerinnen und Unternehmer,
Verehrte Damen und Herren,
ich freue mich heute Abend anlässlich dieses wundervollen Abends mit Ihnen zusammen sein zu dürfen. Ich grüße Sie alle herzlich!
Und ich freue mich auch darauf, dass wir die spannende und unterhaltsame Reise des Orient Express, der einst Adlige und Politiker, Dichter und Diplomaten, Spione und Gauner quer durch Europa, von Paris über Straßburg, München, Wien und Budapest bis nach Istanbul beförderte, heute Abend noch einmal gemeinsam erleben werden!
Meine Damen und Herren,
Die Türkei und Deutschland sind durch historische Bande eng miteinander verknüpft. Unsere Wirtschafts- und Handelsbeziehungen befinden sich auf sehr hohem Niveau. Deutschland ist der größte Handelspartner der Türkei und ihr größter Exportmarkt. Jedes Jahr erwirtschaften wir ein Handelsvolumen von mehr als 30 Milliarden Euro.
Darüber hinaus tragen die circa 3 Millionen in Deutschland lebenden Menschen aus der Türkei sowie die mehr als 5 Millionen deutschen Touristen, die jedes Jahr die Türkei besuchen, zum großen Reichtum in unseren Beziehungen bei. In absoluten Zahlen kommen die meisten Firmen, die in der Türkei Investitionen tätigen, aus Deutschland. Rund 5.500 deutsche Unternehmen haben in der Türkei investiert. Die deutschen Direktinvestitionen in den letzten zehn Jahren in der Türkei betrugen rund 6 Milliarden Euro. Hierzulande wiederum setzen mehr als 80.000 Handelsunternehmen unserer türkischen Landsleute im Jahr etwa 40 Milliarden Euro um. Sie bieten Arbeitsplätze für mehr als 400.000 Menschen, Türken wie Deutsche. Also: Wir verfügen über stabile Beziehungen, die überwiegend im privaten Sektor zustande kommen.
Die Geschichte der türkisch-deutschen Beziehungen geht jedoch weiter zurück als heutzutage in der türkischen und deutschen Öffentlichkeit gemeinhin bekannt ist. Neben den allbekannten wichtigen Meilensteinen der türkisch-deutschen Beziehungen wie die „Waffenbruderschaft“ im ersten Weltkrieg oder das Anwerbeabkommen von 1961, existiert auch eine ganz besondere historische türkisch-sächsische Beziehung seit dreihundert Jahren!
Der sächsische Kurfürst, August der Starke war bekannt als Bewunderer des Osmanischen Reiches. So inszenierte sich der sächsische Kurfürst und spätere polnische König mehrfach als Sultan und schickte seinen Adjutanten auf exotische Einkaufstouren nach Konstantinopel, importierte für seine barocken Feste prunkvolle osmanische Kleidungsstücke und Requisiten, Kamele und Araberpferde. Seine Bewunderung für die Osmanen blieb nicht nur im kulturellen Bereich. Da gab es auch andere Arten von Beziehungen, wie die zu einer Frau namens Fatma Keriman , die nach Überlieferung sieben Jahre lang eine seiner Mätressen war.
Die Ausstellung, die unter der Anwesenheit der Außenminister unserer beiden Länder 2010 feierlich eröffnet wurde, die „Türckische Cammer“ in Dresden, die prächtige osmanische Bestände aus der Zeit Augusts des Starken zeigt, zeugt von diesen Beziehungen. Auch eines der Markenzeichen Dresdens, das Yenidze-gebäude zeigt das historische Interesse von Sachsen am damaligen Osmanischen Reich und starken Handelsbeziehungen.
Unser Wunsch ist es, unsere langjährigen Beziehungen in allen Bereichen fortzuführen und sie weiterzuentwickeln. Insbesondere im Wirtschaftsbereich besteht noch Ausbaupotenzial.
Verehrte Damen und Herren,
Die Indikatoren der türkischen Wirtschaft mögen im Vergleich zu Deutschland noch bescheiden erscheinen. Die Türkei strebt jedoch an, im Jahr 2023 zu den 10 größten Volkswirtschaften der Welt zu gehören. Jetzt sind wir noch auf dem 16. Platz und gerade übernehmen wir in Australien den Vorsitz des G-20 für ein Jahr.
Wenn man über Wachstum und Entwicklung in der Türkei spricht, so denkt man zuallererst an ihre junge, qualifizierte und dynamische Bevölkerung von 76 Millionen, ihren florierenden Binnenmarkt, ihre strategische Lage zwischen dem Nahen Osten, dem Balkan, dem Kaukasus und Zentralasien und ihre historischen Beziehungen zu diesen Regionen, man denkt auch an ihren Status als EU-Beitrittskandidat, an die Zollunion mit der EU und den Unternehmergeist der Türken.
Der Anteil der Türkei am sächsischen Außenhandel beträgt derzeit unter zwei Prozent. Wir möchten unsere Beziehungen mit Deutschland und natürlich auch mit Sachsen weiter stärken. Ich bin fest davon überzeugt, dass durch die Intensivierung der Handelsbeziehungen dieser Anteil in den nächsten Jahren steigen kann.
Mit dem Gedanken der Erweiterung unserer Wirtschaftskooperation haben wir letztes Jahr gemeinsam eine Delegationsreise aus Sachsen in die Türkei organisiert. Leider musste Herr Ministerpräsident Tillich im letzten Moment wegen des Hochwassers in Sachsen absagen. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Herrn Ministerpräsidenten Tillich und die Vertreter der sächsischen Wirtschaft bald in der Türkei begrüßen könnten. Ich möchte Sie alle dazu anregen! Es lohnt sich im wahren Sinne des Wortes, sich der Türkei anzunähern.
Verehrte Damen und Herren,
Sowohl in der Türkei als auch in Deutschland sprechen wir immer wieder über das Ziel einer dynamischen, kraftvollen und modernen Gesellschaft. Dies werden wir nur erreichen, wenn wir innovativ und offen sind für Neues, für Fremdes und für Fremde. Für unsere gemeinsame Zukunft ist es wichtig, dass wir alle, -Menschen mit und ohne Migrationshintergrund - uns gegenseitig kennenlernen, unsere Stärken kennenlernen und eine Kooperationsbasis aufbauen, die unsere Stärken bündelt. Dafür ist das Vorhandensein einer starken Willkommenskultur die erste Voraussetzung!
Für die Einladung zum heutigen Event möchte ich dem Industrieverein Sachsen 1828 e.V. meinen herzlichen Dank aussprechen. Ich wünsche uns allen einen amüsanten Abend.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.