Türkiye Cumhuriyeti

Berlin Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Die Rede des Herrn Generalkonsuls Mustafa Pulat zum Empfang anlässlich des nationalen Feiertags 29. Oktober 2012, 29.10.2012

Sehr geehrte Stellvertretender Minister, Seine Exzellenz Herr Karslıoğlu und Frau Gemahlinin, Verehrte Gäste,

Mit großer Freude feiern wir heute den 89.Gründungstag der Republik Türkei. Ich bedanke mich, dass sie gemeinsam mit uns diese Feierlichkeit mit uns teilen und heiße sie alle herzlich willkommen.

Da wir dieses Jahr die Gelegenheit haben, den nationalen Feiertag zusammen mit dem Opferfest feiern zu können, hat sich unsere Freude natürlich verdoppelt. Die Eröffnung der neuen Botschaft in Berlin morgen, wird einen weiteren Beitrag zu diesen schönen Ereignissen leisten und in die Geschichte der freudevollen Tage eingehen.

Wir erinnern uns an diesem schönen Abend an den Gründer unserer Republik Mustafa Kemal Atatürk und den Kriegshelden im Unabhängigkeitskrieg der Türkei. Unsere Erinnerungen widmen wir auch den Gefallenen im Krieg den Märtyrern dieses Landes und gedenken an sie in Dankbarkeit. Gott segne sie. Nicht zuletzt gelten unsere Gefühle der Dankbarkeit auch den Kriegsverletzten.

Der 29. Oktober 1923, an dem Tag, an dem die Republik gegründet wurde, ist ein Wendepunkt in der Geschichte unserer Nation. Mustafa Kemal Atatürk hat mit der Gründung der Republik und mit den zahlreichen Reformen danach, nicht nur die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Grundsteine unseres Landes gelegt; er hat auch in kurzer Zeit das Schicksal der Nation gewendet.

Mit der Gründung der Republik sind die Grundpfeiler der Türkei, die sich auf modernen Grundwerten wie Demokratie, Saekularitaet, Rechtsstaatlichkeit, Würdigung der Menschenrechte und freie Marktwirtschaft stützen, gelegt worden.
Die Erfolge und Errungenschaften der seit 50 Jahren in Deutschland lebenden Türken in politisch-, wirtschaftlich-, sozial-, kulturell- und sportlichen Bereichen erfüllen unser Land mit Stolz und Freude.

Hinsichtlich der Beziehungen und der Freundschaft beider Länder leisten die Türken in Deutschland und die Deutschen in der Türkei einen besonderen Beitrag und fügen zu diesen intensiven Beziehungen in allen Bereichen einen zwischenmenschlichen Aspekt, der beispiellos ist, hinzu.

Obwohl beide Länder sie als vorübergehende Arbeitskraft, sprich Gastarbeiter betrachtet haben, zeigen die Türken eine große Anstrengung sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und ein Teil von ihrer zu werden. Ich stelle mit großer Freude fest, dass die Anzahl der türkischen Mitbürger, die einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen-, sozialen-, akademischen, und kulturellen Leben hier leisten, stetig steigt. Mit ihren Erfolgen sind die diese Menschen nun auch ein Teil dieser Gesellschaft geworden.

Die besser gebildete und auch besser Deutsch sprechende neue junge Generation fordern nun jedoch noch mehr Beteiligung und Chancengleichheit. Mehrsprachigkeit ist eine wesentliche Bereicherung im Leben. Aus der Sicht der türkischen Mitbürger ist die deutsche Sprache nicht mehr das größte Problem. Noch mehr Sorgen bereitet uns der Mangel einer gesunden Muttersprache bei unseren Kinder und Jugendlichen.

Ich bin der Auffassung, dass das Thema Integration und die Diskussion darüber vor dem Hintergrund Mensch und Menschlichkeit behandelt und geführt werden sollte. In dieser Hinsicht glaube ich, dass die Politiker und Meinungsbildner dieser Gesellschaft einer großen Verantwortung unterliegen.

Ich denke, dass die Integrationsdebatte auf rationaler und wissenschaftlicher Basis geführt und dabei vor allem von Neutralität begleitet werden sollte. Denn Studien bezüglich dieser Themen haben ergeben, dass pauschale Aussagen und Verallgemeinerungen schlichtweg falsch sind und subjektives Empfinden zum Ausdruck bringen.

Während meiner Dienstzeit habe ich das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls miterlebt. Wir haben das 50-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens und der Migration zusammen gefeiert. Mit Entsetzen haben wir die Veröffentlichung der NSU Morde verfolgt. Wir haben aber trotz allem nie unsere Zuversicht, die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft, und unsere zielstrebige Zusammenarbeit, die auf Lösung und Beseitigung gerichtet ist, aufgegeben.

Als Generalkonsulat und Vertretung der Türkischen Republik haben wir mit unseren türkischen Mitbürgern, den NGO’ s, und den deutschen Behörden eine enge Zusammenarbeit und auch persönliche Beziehungen aufgebaut.

Wir haben versucht unserer Gesellschaft die beste Dienstleistung zu erbringen. Dabei haben wir immer darauf geachtet, dass diese Leistungen und unsere Arbeit sich direkt auf den Menschen, auf das Individuum bezogen. Während wir unsere Strukturen stärkten, haben wir immer das Ziel verfolgt unsere Leistungsqualität und unser Verständnis auf moderne demokratische Werte zu stützen und zu erweitern.

Es war unsere Hauptaufgabe unseren Bürgern und unseren Vereinen und Verbänden einen bestmöglichen Dienst zu erweisen, ihnen Schutz und Sicherheit zu bieten, den Dialog und das Verständnis zwischen ihnen und der deutschen Behörden zu fördern, Probleme zu lösen und die wirtschaftlich kulturellen Beziehungen in all ihren Facetten zu erweitern und zu stärken. Ich hoffe, dass uns das gelungen ist.

Mein Dienst, den ich seit 2008 mit großer Freude und Stolz hier ausübe, endet in zwei Tagen. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei ihnen für die Nähe, Unterstützung und Solidarität, die sie mir und meiner Gattin während meiner Amtszeit entgegengebracht haben, bedanken.

Ich möchte auch die Information teilen, dass ich zum türkischen Botschafter in Nigeria ernannt wurde.

Dafür, dass sie uns diese wunderbare Lokation für unsere Veranstaltung heute Abend zur Verfügung gestellt haben, möchte ich mich bei den Berliner Landesbehörden bedanken. Für ihre Unterstützungen und Beiträge möchte ich auch meinen Dank an die İş Bank, an Kaplan Döner, die Firma Yedigün und an die Turkish Airlines aussprechen.
Ich grüße sie alle nochmals ganz herzlich, wünsche ihnen zum Nationalfeiertag und nachträglich zum Opferfest alles Gute und verabschiede mich mit meiner Familie.
Vielen Dank und auf Wiedersehen.