Türkiye Cumhuriyeti

Berlin Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Türk Koruyucu Aileler, 02.05.2012

Sehr geehrter Herr Botschafter,

Sehr geehrte Frau Klebba, Sehr geehrter Herr Nörtershäuser,

Sehr verehrte Gäste,

seit ich mein Amt in Berlin angetreten habe, ist die Situation der Kinder, die aus verschiedensten Gründen unter der Aufsicht der Jugendämter in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht werden, eines der Themen, die mich am meisten beschäftigen. Vor geraumer Zeit sind wir diesbezüglich mit den zuständigen deutschen Behörden in Kontakt getreten und machen uns Gedanken darüber, wie die Situation dieser Kinder verbessert werden kann.

Der Verein ‚Umut Yıldızı‘, zu Deutsch ‚Stern der Hoffnung‘, mit Sitz in Düsseldorf hat auf Grund ähnlicher Sorgen mit der Unterstützung des Türkischen Generalkonsulats in Düsseldorf ein Projekt unter dem Titel ‚Haben Sie in Ihrer Familie auch Platz für mich?‘ gestartet. Heute sind wir im Türkischen Haus zusammengekommen, um dieses Projekt vorzustellen und den Grundstein für die Zusammenarbeit zwischen der Türkisch-Deutschen Frauenvereinigung (BETAK) und dem Verein ‚Stern der Hoffnung‘ zu legen

Ich möchte mich herzlich bei der Staatssekretärin für Jugend und Familie, Frau Sigrid Klebba sowie bei Herrn Klaus Nörtershäuser vom Landesjugendamt Nordrhein-Westfalen für ihre Unterstützung bedanken.

Dieses Projekt hat das Ziel, die Zahl türkischer Pflegefamilien zu erhöhen. Damit wird Kindern sowohl türkischer als auch anderer Herkunft die Möglichkeit gegeben, sich einerseits einfacher und erfolgreicher in ihr neues Leben zu integrieren, und andererseits ihre eigene Kultur weiterzuleben. Auf diese Weise wird dazu beigetragen, dass engagierte Generationen heranwachsen.

Kinder, die in einer anderen Kultur aufwachsen, als die, in die sie hineingeboren wurden, können eine bestimmte soziale, kulturelle und psychologische Zufriedenheit nicht erleben und nicht die Sicherheit durch Zugehörigkeit fühlen. Die hindert sie daran, zu Individuen heranzuwachsen, die einen positiven Beitrag zum gesellschaftlichen Leben leisten.

Des Weiteren kann die Unterbringung eines Kindes in einer Kultur- und Traditionslinie, die sich gänzlich von der des leiblichen Elternhauses unterscheidet, zu traumatischen Störungen führen. Die Unterbringung eines Kindes in einer Familie mit ähnlichen Verhaltensweisen kann dem jedoch entgegenwirken.

In diesem Zusammenhang ist es von höchster Wichtigkeit und Dringlichkeit, die Zahl türkischer Pflegefamilien zu erhöhen. Anders ausgedrückt heißt das, dass es unzählige Kinder gibt, die darauf warten, von türkischen Familien aufgenommen und in die Arme geschlossen zu werden.

Verehrte Gäste,

als Generalkonsulat sind wir bereit, türkische Familien, die Pflegekinder aufnehmen wollen, tatkräftig zu unterstützen. Diesbezüglich befinden wir uns mit den Jugendämtern seit zweieinhalb Jahren in Korrespondenz.

Meine Bitte an Sie, verehrte Gäste, ist es, dass Sie dieses wichtige Thema in Ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis so oft wie möglich ansprechen und somit dazu beitragen, dass es an Bedeutung zunimmt und Berlin beispielhaft vorangehen kann.

Unser größter Wunsch ist es, dass die vom Verein ‚Stern der Hoffnung‘ ins Leben gerufene Initiative in Berlin mit der Unterstützung der Türkisch-Deutschen Frauenvereinigung auf fruchtbaren Boden stößt. Ich wünsche beiden Vereinen bei ihren aktuellen und auch zukünftigen Arbeiten viel Erfolg.

Ich bedanke mich bei allen Gästen und begrüße Sie noch einmal recht herzlich.