Türkiye Cumhuriyeti

Berlin Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Und es kamen Frauen, 10.10.2011

Sehr geehrter Herr Wowereit,

sehr geehrte Frau Tank,

verehrte Gäste,



ich freue mich sehr, anlässlich dieserwunderbaren und bedeutungsvollen Fotoausstellung über die türkischen Frauen inBerlin, heute Abend hier zu sein. Diese Ausstellung in Berlin ist ein Teil derzahlreichen Veranstaltungen zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen derTürkei und Deutschland.



Sowohl in der Türkei als auch inDeutschland herrscht die weitverbreitete Meinung, dass die türkischenGastarbeiter, die nach Deutschland gekommen sind, fast ausschließlich Männerwaren. Das Foto des männlichen Gastarbeiters mit dem Holzkoffer auf dem Rückenhat sich bei uns fest eingeprägt. Die Statistiken aus der damaligen Zeithingegen zeigen, dass ebenso eine beträchtliche Anzahl von weiblichenGastarbeitern nach Deutschland gekommen ist. Im Hinblick auf diese Tatsache,ist der Beitrag der türkischen Gastarbeiterinnen zum Aufbau Deutschlands nichtzu verleugnen.



Nach den ersten Zuwanderungsjahrenhaben viele türkische Gastarbeiter, die sich nach ihren Familien gesehnt haben,ihre Ehefrauen und Kinder nach Deutschland geholt und sich hier ein neues Lebenaufgebaut.



Die Hausfrauen unter den Migrantinnen,die neben der Hausarbeit ihre Kindergroßzogen und sich in einer fremden Kultur zurecht finden mussten, warenmindestens ebenso großen Belastungen ausgesetzt wie ihreGeschlechtsgenossinnen, die in der Industrie schwere Arbeiten verrichtenmussten.



Die Probleme der Migrantinnen derersten Generation mögen zwar der Vergangenheit angehören, die Migrantinnen desheutigen Deutschlands sind jedoch mit anderen Problemen konfrontiert. Von denProblemen der modernen Gesellschaft, die allgemein das Leben der Frauenerschweren, sind die Migrantinnen mehr betroffen. Zu den Hauptproblemen zählenbeispielsweise Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen und Einkommensungleichheit.Bekanntlich liegt die Zahl der Frauen, die aufgrund ihres geringen Einkommenseinem Nebenjob nachgehen müssen, über dem Durchschnitt.



Allerdings gibt es auch zahlreiche Erfolgsgeschichten, die diesem negativenBild entgegenzusetzen sind. Unseren hier lebenden Landsleuten ist es gelungen,im Laufe der Jahre nicht nur als Arbeiter, sondern auch in fast allen Bereichendes wirtschaftlichen Lebens als Experten, Angestellte, Unternehmer und Inhabergroßer Unternehmen Fuß zu fassen. Heute gibt es zahlreiche Türken, die sichneben der Geschäfts- und Arbeitswelt auch in der Politik, Wissenschaft, Kunstund Kultur sowie im Sport in der deutschen Gesellschaft Erfolg und Anerkennungverschafft haben.



Ich bin der Überzeugung, dass das heutige Niveau der sozioökonomischenEntwicklung in naher Zukunft noch weiter gesteigert werden wird, wenn unsereLandsleute die Bildungsmöglichkeiten in Deutschland besser nutzen und sichaktiver in die gesellschaftlichen Prozesse insbesondere ins politische Lebeneinbringen.



Diese Ausstellung ruft uns die Beiträge der türkischen Frauen imMigrationsprozess in Erinnerung, die mit Pioniergeist, Zivilcourage und Einsatzin der deutschen Gesellschaft aktive Aufgaben und Verantwortung übernommenhaben. Sie haben in diesem Prozess bisweilen mehr und schwerere Aufgaben alsihre Ehepartner übernommen und wurden in einem Land mit einer fremden Spracheund Kultur in jeder Hinsicht zur Hauptstütze der Familien.



Die Türkinnen der ersten Generation haben sich um die Bildung, Kunst undKultur, Wirtschaftswelt sowie um diePräsentation unserer vielfältigen Küche sehr verdient gemacht. Diese Beiträgehaben Deutschland und Berlin bereichert.



Angesichts dessen können wir den Türkinnen und Müttern der erstenGeneration nicht genug danken. Auch im Namen meiner Botschaft möchte auch ichIhnen für Ihre unzähligen Opfer, intensiven Anstrengungen, Geduld und IhreMühen sowie für Ihren Beitrag zu Deutschland und Berlin in all diesen Jahrenmeinen Dank aussprechen. Ich danke Ihnen.